Weiberfastnacht 2017


Das seit einigen Jahren bereits etablierte Einsatzkonzept „Weiberfastnacht“ der Feuerwehr Eschweiler gemeinsam mit den Eschweiler Hilfsorganisationen (Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe und Deutsches Rotes Kreuz) wurde auch in diesem Jahr wieder erfolgreich umgesetzt. Dabei wird zum einem der reguläre Rettungsdienst der Feuerwehr Eschweiler durch 4 zusätzliche Rettungsfahrzeuge der Hilfsorganisationen verstärkt, so dass im Stadtgebiet insgesamt 9 Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen, die auch zeitweise alle parallel im Einsatz sind. Erneut wurde – aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre – ein eigener Notarzt für Eschweiler gestellt, da gerade an solchen „Feiertagen“ die städteregionalen Notärzte stark beansprucht sind und so längere Wartezeiten vermieden werden.

Zum anderen werden im Bereich Marienstraße und Markt jeweils Unfallhilfsstellen errichtet, an denen verletzte Personen erstversorgt und untersucht werden können. So kann in aller Ruhe vor Ort entschieden werden, ob ein Transport ins Krankenhaus erfolgen muss oder nur eine ambulante Versorgung notwendig ist. Im Falle eines Transportes wird der bereits erstversorgte Patient dann in ein geeignetes Krankenhaus transportiert. Die Hilfsorganisationen bildeten gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt, Security und Feuerwehr eine gemeinsame „Veranstaltungsleitung“ für die karnevalistischen Veranstaltungen in der Marienstraße, beim Kinderzug Eschweiler-Ost sowie am Markt. Hierbei unterstützen zwei Einsatzleitwagen der Johanniter Unfall Hilfe und der Städteregion Aachen sowie der Abrollbehälter „Einsatzleitung“ der Feuerwehr Eschweiler.

Aufgrund der Erfahrungen der letzten „Weiberfastnachtsfeiern“ wurden in diesem Jahr auch wieder 24 freiwillige Einsatzkräfte der Löschzüge Bohl, Kinzweiler sowie Stadtmitte, im Zeitraum zwischen 10.00 und 01.30 Uhr, zusätzlich in den Dienst gerufen. Sie hielten sich während des gesamten Zeitraumes in ihren Räumlichkeiten am Florianweg, in Bohl oder Kinzweiler auf und konnten bei Feuer- oder Hilfeleistungseinsätzen sofort mit den hauptamtlichen Kräften ausrücken.

An den Unfallhilfsstellen wurden insgesamt 44 (Vorjahr 25) Hilfeleistungen verzeichnet, die wiederum zu 09 (Vorjahr 11) Transporten ins Krankenhaus führten.

Weiterhin waren in den Bereichen Markt, Innenstadt, Marienstraße ständig Trupps der Sanitätsorganisationen unterwegs, um im Bedarfsfall sofort sanitätsdienstliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Unfallhilfsstelle am Markt wurde in diesem Jahr gegen 21.30 Uhr aufgelöst, da das Besucheraufkommen – vermutlich aufgrund der nasskalten Witterung – deutlich zurückging.

Insgesamt rückten die Rettungsfahrzeuge während der 24 Stunden zu 47 Einsätzen (Vorjahr 58) aus, wovon mindestens 17 Einsätze (Vorjahr 19) karnevalsbedingte Ursachen (Alkohol....) hatten.

Jüngster „Karnevalspatient“, aufgrund eines überhöhten Alkoholgenusses, war gegen 16.48 Uhr (Vorjahr 15.32 Uhr) ein fast 15-jähriger Junge; insgesamt mussten 5 Jugendliche (Vorjahr 5) unter 18 Jahren, aufgrund dieser Diagnose, ins Krankenhaus transportiert werden.

Neben den Kollegen der Feuer- und Rettungswache (22 Kolleginnen und Kollegen) waren zusätzlich rund 45 Angehörige der Eschweiler Hilfsorganisationen sowie 24 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Im Zuge der Nachalarmierungen aufgrund der zahlreichen Sturmeinsätze wurden weitere 30 Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehr in den Dienst gerufen.

Neben den zahlreichen rettungsdienstlichen Einsätzen waren in diesem Jahr sehr viele Einsätze im feuerwehrtechnischen Bereich zu verzeichnen.

So brannte bereits um 09.04 Uhr ein Container an der Bergrather Straße, der mittels C-Rohr von der Hauptwache gelöscht wurde. Danach wurde es dann „feuerwehrtechnisch“ eher ruhig in Eschweiler und es fielen zunächst nur Rettungsdiensteinsätze an. Dennoch wurden den gesamten Tag die Wetterprognosen des Deutschen Wetterdienstes genauestens beobachtet ,da diese schon seit Tagen eine Sturmlage (mit Windstärken bis zu 110 km/h) für den hiesigen Bereich prognostizierten. Aber zunächst hielt sich der Sturm doch etwas zurück, nahm am Abend dann doch noch deutlich zu, so dass um 17.35 Uhr der erste umgestürzte Baum des Tages auf der Alsdorfer Straße gemeldet wurde, zu dem die Bereitschaften aus Kinzweiler und Stadtmitte ausrückten. Es folgten dann weitere kleine Sturmeinsätze am Markt und in der Röthgener Straße, die von den Einheiten der Wache und Stadtmitte abgearbeitet wurden.

Um 18.54 Uhr lief dann eine Meldung über einen Unfall mit der Euregiobahn zwischen Stolberg und St. Jöris, im Bereich des „Steinbachshochwald“ ein, wo ein Baum auf einen Zug gestürzt war. Hierzu wurden neben der Wache, die Einheiten aus Kinzweiler, Bohl und Stadtmitte gerufen, parallel rückte von der anderen Seite die Feuerwehr Stolberg an. Gott sei Dank wurden keine Personen verletzt, so dass die Stolberger Kollegen den Baum mittels Kettensägen zerlegen und die Eschweiler Kräfte sich mit der Evakuierung des Zuges beschäftigen konnten. Hierzu wurde der Bahnkörper taghell ausgeleuchtet, insgesamt 8 Zugreisende evakuiert und dann neben den Schienen zur nächsten Straße geleitet, wo sie von Taxen aufgenommen und weitertransportiert wurden. Die Kameradinnen und Kameraden waren hier fast 2 Stunden im Einsatz. Weitere Kräfte rückten um 19.31 Uhr zur Indestraße aus, wo eine Person von einem PKW angefahren wurde. Hier wurden Fußgänger sowie der Autofahrer rettungsdienstlich versorgt, die Unfallstelle abgesichert und ausgeleuchtet. Beide Verletzte wurden anschliessend zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus Eschweiler transportiert. Kurz nach diesem Unfallereignis traf um 19.38 Uhr eine Meldung über einen umgestürzten Baum im Ortsteil Lohn ein, zu dem die Kräfte aus Lohn und Kinzweiler alarmiert wurden. Weitere umgestürzte Bäume wurden von der Pfarrer-Appelrath-Straße, dem Weißen Weg, der Rue de Wattrelos und am Maxweiher gemeldet. Ein Wassereinsatz beschäftigte noch zwischen 22.30 Uhr und 23.30 Uhr den Löschzug Stadtmitte in der Gutenbergstraße. In der Cäcilienstraße ging um 00.11 Uhr noch ein ca. 100 m² privates Zelt fliegen, welches von Kräften der Bereitschaften aus Bohl und Kinzweiler gesichert werden musste.

Die Einsatzbereitschaften der freiwilligen Feuerwehrkräfte konnten um 01.30 Uhr und die der Hilfsorganisationen gegen 02.00 Uhr beendet werden.

Gegen 02.30 Uhr beruhigte sich das Einsatzgeschehen sehr stark und die Rettungsdienstkräfte der Feuer- und Rettungswache rückten nur noch zu wenigen Einsätzen aus.

Fazit:
Im Vergleich zum letzten Jahr gingen die Gesamteinsatzzahlen des Rettungsdienstes, vermutlich aufgrund des sehr schlechten Wetters und der geringeren Anzahl an Besuchern, leicht zurück. Im Bereich der Veranstaltung „Marienstraße“ waren überhaupt keine Einsätze zu verzeichnen. Aufgrund der Sturmlage stiegen die Zahlen der Hilfeleistungseinsätze deutlich an, wobei hier allerdings keine größeren Schäden oder sogar Verletzte zu verzeichnen waren.

Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen oder der Feuerwehr wurden in diesem Jahr weder tätlich angegriffen noch wurden sie anderweitig verletzt.

Verletzungen durch Glas waren ebenfalls nicht zu verzeichnen, so dass das Glasverbot erneut nur als voller Erfolg bezeichnet werden kann.

Ein paar Impressionen sind der nachfolgenden Bildergalerie zu entnehmen.

zurück