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Historie


125 Jahre und immer noch da!

Seit dem 21. Mai 1892 besteht der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Eschweiler. Wenn sich ein Verein über 125 Jahre hinweg trotz der beiden Weltkriege, des Kalten Kriegs und der Weltwirtschaftskrise behaupten kann, so darf man annehmen, dass die Zielsetzung und Aufgabenstellung, die zur Gründung führten, auch heute noch zwingend sind: mit Musik andere berühren und Freude bereiten. Die Tatsache eines Jubiläumskonzerts beweist, dass der Wille, auch in Zukunft in einer Gemeinschaft zu musizieren, ungebrochen ist. Ehe ein junger Musikschüler in einem Orchester mitwirken kann, sind einige Stunden an Freizeit für sein Hobby und sein Instrument zu opfern. Die Mitarbeit in einem Orchester erfordert viel Idealismus, aber auch das materielle Opfer zum Erlernen eines Instruments muss Erwähnung finden. Dennoch erlebt man als Musiker viel Freude, vor allem in einer Gemeinschaft. Man leistet einen nicht zu unterschätzenden kulturellen Beitrag zur Gesellschaft. Die Chronik des Orchesters ist sehr unvollständig, so lässt sich nur schwer herausfinden, wie die Anfänge begannen. Der erste Kapellmeister war Alois Valder, der bis 1920 die damalige „Feuerwehr-Musikkapelle“ leitete. Sein Nachfolger war Willi Goertz, der bis 1939 den Musikzug musikalisch führte. Der Klangkörper eilte von Erfolg zu Erfolg und bekam sogar die Möglichkeit im Rundfunk aufzutreten. Durch die Wirren der Zeit und die Evakuierung kam die Arbeit unter der Leitung von Theo Wilinsky zunächst vollständig zum Erliegen. Nach dem Krieg war es wieder Willi Goertz, der, schwerverwundet, die Feuerwehrkapelle inoffiziell weiterführte. Der Stadt war es nach dem totalen Zusammenbruch Deutschlands verständlicherweise nicht daran gelegen eine neue Musikeinheit aufzubauen. Im Herbst 1954 wurde aus Anlass der Jahreshauptübung Willi Dümpelfeld mit der Gestaltung der Musik beauftragt. Unter seiner Leitung lebte der Musikzug auf. Einige Monate später übernahm Hans Jagdfeld, ehemaliger Militärmusiker, dieses Amt. Drei Jahre später wechselte die Feuerwehrkapelle zur Amtsfeuerwehr nach Langerwehe und wurde dort zum „Musikzug der Amtsfeuerwehr“. Die guten Verbindungen zur Stadt Eschweiler und zur Wehr blieben allerdings erhalten. Es ereilten Engagements mit dem Fanfarenkorps der KG „Rote Funken“ (heute „Original Eschweiler“) nach Düsseldorf und in den Sportpalast nach Berlin. Mit der Fertigstellung des Musikpavillions 1964 besuchte der Musikzug die Stadt Eschweiler regelmäßig und gab Konzerte. Am 15. September 1968 wurde das Orchester beim Treffen der Feuerwehrmusikzüge NRW in Essen darum gebeten, ein Konzert zu geben. Es zählte mit drei weiteren Musikzügen zu den besten des Landes. Infolge der kommunalen Neugliederung und der Auflösung des Amtes Langerwehe hörte der Musikzug quasi auf zu existieren. Nach erfolgreichen Verhandlungen zählt er seit dem 5. Oktober 1972 wieder zur Feuerwehr Eschweiler. Bei den Feierlichkeiten zum 75-jährigen Jubiläum im Jahre 1975 begann das Orchester ein Jubiläumswochenende mit zahlreichen Veranstaltungen. Die genauen Jahreszahlen der Gründung wurden erst damals vollständig erforscht. Jedoch kämpfte der Musikzug mit sinkenden Mitgliederzahlen und stand Ende der 1980er Jahre kurz vor der Auflösung. Im Februar 1990 fusionierte der Musikzug „Uss Spaß an d’r Freud“ mit dem Musikzug der Feuerwehr. Wolfgang Krieger leitete mehrere Jahre erfolgreich den Klangkörper, der es zu Spitzenzeit auf 50 Musikerinnen und Musiker brachte. Im Jahre 1992 fand ein mehrtägiges 100-Jahr Jubiläum in Dürwiß statt, dass aber wegen der noch jungen Fusion keine große Resonanz fand. Seit den 1980er Jahren ist das Orchester als Stabsmusikzug jedes Jahr an Karneval und zu großen Ausmärschen Teil der Eschweiler Scharwache. Seit dem Jahr 2011 ist der Musikzug ein eingetragener Verein und trägt den Namen „Orchester Freiwillige Feuerwehr Eschweiler“. Zahlreiche Projekte und Kooperationen sind in den vergangenen Jahrzehnten entstanden. Im Sommer 2015 entschied sich der Vorstand zur Neubesetzung des musikalischen Leiters und konnte Thomas Lehnen, studierter Instrumentalpädagoge, verpflichten.