Neuer Rettungswagen für die Feuerwache in Dienst gestellt
Am 17. März wurde der neue Rettungswagen „Florian Eschweiler 1-RTW-1“ offiziell in Dienst gestellt.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um eine Kombination aus einem neuen Fahrgestell und einem grundüberholten Kofferaufbau. Der vorhandene Aufbau wurde durch die Herstellerfirma GSF umfassend instandgesetzt und technisch auf den aktuellen Stand gebracht. Anschließend wurde er auf ein neues Fahrgestell vom Typ Mercedes-Benz Sprinter umgesetzt. Diese Lösung wurde bewusst gewählt, da der vorhandene Kofferaufbau aufgrund seiner Bauart verkürzt ist und damit optimal in die vorhandene Rettungswagenhalle passt.
Bei der Planung und Umsetzung des Fahrzeugs wurden sowohl die Vorgaben des Rettungsdienstbedarfsplans als auch die örtlichen Belange des Rettungsdienstes berücksichtigt und entsprechend in die Fahrzeugkonzeption eingearbeitet.
Mit diesem Projekt verfolgt die Feuerwehr Eschweiler zudem bewusst einen nachhaltigen und wirtschaftlichen Ansatz. Es handelt sich hierbei um das zweite Umsetzungsprojekt dieser Art, zwei weitere werden folgen. Durch die Weiterverwendung und Grundüberholung des vorhandenen Kofferaufbaus in Kombination mit einem neuen Fahrgestell konnte eine kostengünstigere Lösung im Vergleich zu einer vollständigen Neubeschaffung (Unterschied ca. 100.000 €) umgesetzt werden. Gleichzeitig trägt dieses Vorgehen dazu bei, den derzeit teilweise sehr langen Lieferzeiten bei Neufahrzeugen entgegenzuwirken. Aus diesen Gründen hat sich die Feuerwehr Eschweiler gezielt für dieses Konzept entschieden. Auch bei der nächsten Beschaffung eines Rettungswagens ist eine vergleichbare Umsetzung vorgesehen.
Das neue Fahrgestell verfügt über einen 190-PS-Motor und entspricht den aktuellen technischen Anforderungen. Zur Unterstützung der Einsatzkräfte und zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr ist das Fahrzeug unter anderem mit Spurhalteassistent, Lenkassistent, Totwinkelassistent, Seitenwindassistent, aktivem Bremsassistenten sowie Tempomat ausgestattet. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über eine Zentralverriegelung sowie eine Klimaanlage für Fahrerraum und Patientenraum, um sowohl für die Besatzung als auch für die Patienten angemessene Arbeits- und Transportbedingungen sicherzustellen.
Im Zuge der Überarbeitung wurde das Fahrzeug außerdem auf den aktuellen Digitalfunkstandard umgerüstet. Zusätzlich wurde ein LARDIS-System installiert. Dieses System bündelt mehrere einsatzrelevante Funktionen im Fahrzeug: Es stellt Einsatzdaten bereit, unterstützt die Navigation zur Einsatzstelle und ermöglicht gleichzeitig die Bedienung des Funkverkehrs.
Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung und der Arbeitsbedingungen der Einsatzkräfte verfügt der Rettungswagen über eine elektrohydraulische Fahrtrage, die ein besonders rückenschonendes Arbeiten ermöglicht.
Darüber hinaus wurde ein erweitertes Universal-Schienensystem im Patientenraum verbaut. Dieses ermöglicht es, medizinische Geräte flexibel und zentral zu befestigen und bei Bedarf schnell umzusetzen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausstattung ist das Telenotarztsystem. Über dieses System kann bei bestimmten Einsatzlagen ein Notarzt aus der Ferne zugeschaltet werden. Die Kommunikation erfolgt über eine Audio- und Videoverbindung, wodurch der Telenotarzt die Besatzung vor Ort unterstützen, medizinische Entscheidungen begleiten und wichtige Maßnahmen anleiten kann.
Zur weiteren technischen Ausstattung gehören außerdem ein Unfalldatenspeicher, der fahrzeugrelevante Daten im Falle eines Verkehrsunfalls dokumentiert, sowie ein Schleuderketten-System, das insbesondere bei winterlichen Straßenverhältnissen zusätzliche Traktion und Sicherheit bietet.
Die Gesamtkosten für das Fahrzeug belaufen sich auf rund 330.000 Euro.
Mit der Indienststellung des neuen Rettungswagens wird sowohl die medizinische Versorgungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger als auch die Arbeitssicherheit der Mitarbeitenden im Rettungsdienst weiter verbessert.