Sommer 2018 - Viel Arbeit für die Feuerwehr Eschweiler


Der Sommer 2018 scheint einen Weg in die Geschichtsbücher zu finden. Zumindest in den kommenden Jahren wird voraussichtlich häufig auf die lang andauernde Hitze und Trockenheit diesen Jahres verwiesen.

Gefühlt hat es seit über zwei Monaten nicht mehr geregnet - und tatsächlich haben die wenigen kurzen Schauer, die sich dann doch nach Eschweiler verirrt haben, keinerlei Wirkung auf die andauernde Entwicklung genommen. Die Natur trocknet von Tag zu Tag weiter aus. Wegerände und Wiesen sind braun statt grün, Wälder und Bäume sehen in den Farben gelb, rot und braun eher nach Anfang Oktober denn nach Mitte Juli aus. Dafür können Badeseen, Freibäder und Eisdielen Rekordbesucherzahlen aufweisen.

Für die Feuerwehr Eschweiler birgt dieser Super-Sommer Arbeit ohne Ende und Einsätze am laufenden Band. 

Im Rettungsdienst schnellen die Zahlen bei steigenden Temperaturen regelmäßig in die Höhe. Nun dauert diese Phase aber jetzt schon Wochen an und ein Ende ist nicht in Sicht. 

Auch die vielen Sommerfreunde machen der Feuerwehr teils große Arbeit. Innerhalb weniger Tage war die Feuerwehr nun zum 2. Mal am Blausteinsee im Einsatz, um einen vermissten Schwimmer zu suchen. In der vergangenen Woche endete die Suche nach mehreren Stunden ohne Ergebnis. Die Polizei geht davon aus, dass der Schwimmer unbemerkt den See verlassen hat und heil nach hause gefahren ist. Heute dann konnten die Helfer der Feuerwache und des Löschzuges Dürwiss einen Vermissten finden und sicher an den Badestrand zurück bringen.

Fast täglich rücken die Löschzüge aktuell zu Feld-, Wald- und Vegetationsbränden aus. Einzelne Strohmieten und zahlreiche Strohballen gingen bereits genauso in Flammen auf, wie hunderte Quadratmeter Straßen- und Wegrandbegrünung. Die Brandursache kann nicht immer sicher festgestellt werden, jedoch ist häufig fahrlässige Brandstiftung der Grund. So gibt es immer wieder Menschen, die brennende Zigaretten, Glasflaschen und ähnliches unachtsam einfach aus Autofenstern werfen. Bereits ein klein wenig Glut oder der durch eine Glasscherbe gebündelte Sonnenstrahl kann aktuell trockene Gräser und Büsche entzünden - und bei ein wenig Wind breitet sich solch ein Feuer rasend schnell aus. Besonders erschreckend waren für die Feuerwehrleute zwei Ereignisse, die sich gestern innerhalb von zwei Stunden in Hehlrath und Kinzweiler ereigneten. Hier hatten Mitbürger jeweils ein nicht genehmigtes Nutzfeuer entzündet. In einem Fall hatte sich das Feuer schon auf die umgebende Vegetation ausgebreitet. Beide Male wurde die Feuerwehr durch aufmerksame Mitbürger alarmiert und konnte durch ihr Eingreifen schlimmeren Schaden verhindern.

Achten Sie daher bitte weiterhin sorgsam darauf, keine brennenden oder glühenden Gegenstände im Freien fallen zu lassen. Beachten Sie das generelle Rauch-, Feuer- und Grillverbot in den Wäldern. Achten Sie auf Ihre Umgebung und informieren Sie unverzüglich die Feuerwehr, wenn Sie einen Brand oder eine Rauchentwicklung entdecken.

Am heutigen Mittag stufte der Deutsche Wetterdienst den mehrfach täglich aktualisierten Graslandfeuerindex für Eschweiler in die höchste Stufe 5 ein. Diese wurde in den vergangenen Jahrzehnten hier nicht mehr erreicht. Dies zeigt an, wie hoch die Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden weiterhin ist. Am Wochenende soll es eventuell auch bei uns Gewitter geben. Jedoch soll diesen dann wieder eine weitere Hitzephase folgen, deren Ende nicht in Sicht ist. Daher ist davon auszugehen, dass selbst bei Eintreffen eines kräftigen Gewitterregens innerhalb von ein bis zwei Tagen die Brandgefahr wieder das aktuelle Maß erreicht hat. 

Neben zahlreichen Einsätzen im Rettungsdienst und Brandschutz (die Einsätze finden Sie wie immer zeitnah aufgelistet in unserem Einsatzarchiv) übernahmen Mitglieder des Löschzuges Dürwiss in den vergangenen Wochen bereits mehrfach die Wässerung mehrerer durch die Hitze vom Absterben bedrohter Bäume am Blausteinsee sowie an der Weisweiler Straße. Gestern Mittag erreichte dann ein Amtshilfeersuchen des Grünflächenamtes, übersandt durch unseren Bürgermeister, die Feuerwehr. Durch die anhaltende Trockenheit sind zahlreiche Straßenbäume gefährdet. Es wird befürchtet, dass diese Vertrocknen könnten und dann im nächsten Jahr neu gepflanzt werden müssten. Da die Mitarbeiter von Grünflächenamt und Wirtschaftsbetrieben nicht ausreichende Kapazitäten aufweisen können, um alle Bäume zu wässern, wurden die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr um Mithilfe gebeten. Fast alle Löschzüge beteiligen sich an dieser Aktion. Seit gestern Abend fahren Lösch- und Tanklöschfahrzeuge, jeweils besetzt mit zwei bis drei freiwilligen Einsatzkräften, besonders gefährdete Bereiche in Eschweiler ab und versorgen die Bäume mit jeweils 60 - 80 Litern Wasser. Die Aktion soll solange fortgeführt werden, bis länger anhaltender Regen für Abhilfe sorgt. Unter Umständen kann es auch sein, dass der Umfang der Maßnahme sich noch erweitert - die Mitarbeiter des Grünflächenamtes kontrollieren täglich den Baumbestand in der Stadt. Trotz dieser Maßnahme ist der Brandschutz für den Eschweiler Bürger natürlich zu jeder Zeit sicher gestellt - Fahrzeuge und Mannschaft sind durchgehend einsatzbereit.

Ein paar Impressionen der letzten Tage können Sie der nachfolgenden Fotostrecke entnehmen.

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