Resümee Karneval


Es ist Aschermittwoch, Karneval ist für 2020 vorbei. Somit können wir aus feuerwehrtechnischer Sicht einen kurzen Rückblick auf die beiden wichtigsten Tage der letzten Woche werfen.

Weiberfastnacht

Das seit einigen Jahren bereits etablierte Einsatzkonzept „Weiberfastnacht“ der Feuerwehr Eschweiler, gemeinsam mit den Eschweiler Hilfsorganisationen (Deutsches Rotes Kreuz Dürwiß und Deutsches Rotes Kreuz Stadtmitte) wurde auch in diesem Jahr wieder erfolgreich umgesetzt. Dabei wird zum einem der reguläre Rettungsdienst der Feuerwehr Eschweiler durch 3 zusätzliche Rettungsfahrzeuge verstärkt, so dass im Stadtgebiet insgesamt 7 Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen, die auch zeitweise alle parallel im Einsatz sind. Erneut wurde – aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre – ein eigener Notarzt der Feuerwehr Eschweiler gestellt, da gerade an solchen „Feiertagen“ die städteregionalen Notärzte stark beansprucht sind und so längere Wartezeiten vermieden werden.
Zum anderen werden im Bereich Marienstraße und Markt jeweils Unfallhilfsstellen errichtet, an denen verletzte Personen erstversorgt und untersucht werden können. So kann in aller Ruhe vor Ort entschieden werden, ob ein Transport ins Krankenhaus erfolgen muss oder nur eine ambulante Versorgung notwendig ist. Im Falle eines Transportes wird der bereits erstversorgte Patient dann in ein geeignetes Krankenhaus transportiert. Die beiden DRK Ortsverbände bildeten gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt, Security und Feuerwehr eine gemeinsame „Veranstaltungsleitung“ für die karnevalistischen Veranstaltungen in der Marienstraße, beim Kinderzug Eschweiler - Ost sowie am Markt. Hierbei unterstützen ein Einsatzleitwagen der Städteregion Aachen sowie der Abrollbehälter „Einsatzleitung“ der Feuerwehr Eschweiler.
Aufgrund der Erfahrungen der letzten „Weiberfastnachtsfeiern“ wurden in diesem Jahr auch wieder 25 freiwillige Einsatzkräfte der Löschzüge Bohl und Stadtmitte, im Zeitraum zwischen 09.00 und 23.30 Uhr, zusätzlich in den Dienst gerufen. Sie hielten sich während des gesamten Zeitraumes in den Räumlichkeiten an der Feuer- und Rettungswache bzw. im Gerätehaus Bohl auf und konnten bei Feuer- oder Hilfeleistungseinsätzen sofort gemeinsam mit den hauptamtlichen Kräften ausrücken.
An den beiden Unfallhilfsstellen wurden insgesamt 30 (Vorjahr 28) Hilfeleistungen (ambulante Versorgungen) verzeichnet, die wiederum zu 12 (Vorjahr 17) Transporten ins Krankenhaus führten.
Die Unfallhilfsstelle am Markt konnte in diesem Jahr gegen 22.30 Uhr komplett aufgelöst werden, da das Einsatzaufkommen – vermutlich aufgrund des Dauerregens – deutlich zurückging.
Insgesamt rückten alle Eschweiler Rettungsfahrzeuge während der 24 Stunden zu 53 Einsätzen (Vorjahr 68) aus, wovon mindestens 28 Einsätze (Vorjahr 33) karnevalsbedingte Ursachen (Alkohol, Schlägereien....) hatten. Das „Karnevalsnotarzteinsatzfahrzeug“ verzeichnete – zwischen 10.30 und 22.30 Uhr – insgesamt 11 (Vorjahr 6) Einsätze.
Jüngste „Karnevalspatientin“, aufgrund eines überhöhten Alkoholgenusses, war gegen 14.50 Uhr (Vorjahr 13.30 Uhr) ein 15-jähriges Mädchen; insgesamt mussten 8 Jugendliche (Vorjahr 8) unter 18 Jahren, aufgrund dieser Diagnose, ins Krankenhaus transportiert werden.
Neben den Kollegen der Feuer- und Rettungswache (25 Kolleginnen und Kollegen) waren zusätzlich rund 20 Angehörige des Deutschen Roten Kreuzes sowie 25 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.
Parallel zu den zahlreichen rettungsdienstlichen Einsätzen waren nur 3 (Vorjahr 4) Hilfeleistungen und kein Feuereinsatz zu verzeichnen.
Darunter fallen die beiden Einsatzleitungen an der Marienstraße und auf dem Markt inclusive des Auf- und Abbaus der LKW – Sperren in beiden Veranstaltungsbereichen. Weiterhin rückte die Hauptwache um 09.12 Uhr zur Aachener Straße zur Beseitigung einer 30 m langen Ölspur aus. Ebenso musste um 21.19 Uhr ein umgestürzter Baum auf der Wardener Straße, welcher die Fahrbahn versperrte, durch die Kräfte aus Stadtmitte beseitigt werden.
Die Einsatzbereitschaften der freiwilligen Feuerwehrkräfte konnten um 23.30 Uhr und die der Hilfsorganisationen gegen 24 Uhr beendet werden.
Gegen 00.30 Uhr beruhigte sich dann das Einsatzgeschehen sehr stark und die Rettungsdienstkräfte der Feuer- und Rettungswache rückten nur noch zu wenigen Einsätzen aus.
Fazit Weiberfastnacht:
Im Vergleich zum letzten Jahr gingen die Gesamteinsatzzahlen des Rettungsdienstes leicht zurück, was vermutlich auf das schlechte Wetter am späten Abend zurückzuführen ist, welches zu einem deutlichen Besucherrückgang im Bereich des Marktes führte.
Die Hilfeleistungen an den Unfallhilfsstellen waren annähernd identisch, wenngleich die Transporte von der UHS zum Krankenhaus rückläufig waren. Schwer- oder sogar lebensgefährlich verletzte Personen waren „Gott sei Dank“ nicht zu verzeichnen.
Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen oder der Feuerwehr wurden auch in diesem Jahr weder tätlich angegriffen noch anderweitig verletzt.
Verletzungen durch Glas waren ebenfalls nicht zu verzeichnen, so dass das Glasverbot im Bereich des Marktes erneut nur als voller Erfolg bezeichnet werden kann.

Rosenmontag

Insgesamt wurden während der 24 Stunden 61 Rettungsdiensteinsätze (Vorjahr 39), wovon 20 „Karnevalseinsätze“(Vorjahr 15 Stück) waren, von den Einsatzkräften bewältigt, was einen deutlichen Anstieg der Einsatzzahlen bedeutet.
Bei den sanitätsdienstlichen Hilfeleistungen am Rosenmontagszug – ohne Transport ins Krankenhaus – waren mit 39 Stück (Vorjahr 34) leicht steigende Zahlen zu verzeichnen, hierunter fielen z.B. auch Anfragen nach Aspirin aufgrund von Kopfschmerzen, Blasenpflaster aufgrund wund gelaufener Füße oder kleinere Verletzungen, die nur ambulant behandelt werden mussten.
Neben insgesamt rund 54 Feuerwehreinsatzkräften der Hauptwache sowie der Löschzüge Bohl und Stadtmitte, standen rund 100 Einsatzkräfte der Eschweiler Hilfsorganisationen (DRK, MHD und JUH), mit fast 20 zusätzlichen Rettungsfahrzeugen, ständig zur Verfügung, um bei Einsätzen rund um den Zug aber auch beim „normalen Alltagsgeschäft“ – welches natürlich auch noch bewältigt werden musste – sofort einzugreifen.
Erneut wurde neben dem operativen Einsatzstab, der das gesamte Einsatzgeschehen von Feuerwehr und Hilfsorganisationen, im und am Rosenmontagszug koordiniert, ein Einsatzstab „Rosenmontag“ in der Feuerwache eingerichtet, der die Arbeit von Sicherheitsdiensten (Polizei / Security / Ordnungsamt / Feuerwehr / Hilfsorganisationen), Reinigungskräften sowie Karnevalskomitee und Karnevalsgesellschaften unterstützte. Beide Institutionen waren vom frühen Morgen bis gegen 21.00 Uhr tätig.
Zum fünften Mal wurde auch am Rosenmontag eine Einsatzleitung der Feuerwehr auf dem Markt gestellt, die die Arbeit des dort eingesetzten Deutschen Roten Kreuzes (Dürwiß und Stadtmitte) bis in die Nacht koordinierte; hierunter fiel auch eine ganztägige Unfallhilfsstelle für den Markt an Rosenmontag. Hier versorgten die eingesetzten Kräfte insgesamt 17(Vorjahr 19) Patienten.
Nach dem Zugende standen zusätzlich noch bis zu 6 Rettungswagen und 1 Notarzt der Eschweiler Hilfsorganisationen sowie der Feuerwehr bis gegen Mitternacht zur Verfügung und führten im Bereich Markt / Dürener Str. / Schnellengasse bzw. im Stadtgebiet noch diverse Einsätze durch.
Feuerwehrtechnische Einsätze – neben der Einsatzleitung auf dem Markt – waren insgesamt 8 Stück zu verzeichnen. So versorgte der Löschzug Bohl um 12.12 Uhr auf der Dürener Straße eine Person rettungsdienstlich, bis Rettungswagen und Notarzt eintrafen. Um 12.57 Uhr rückte die Hauptwache zu einem Verkehrsunfall „Zum Hagelkreuz“ aus, wo ein PKW von der Fahrbahn abgekommen und in den Graben gefahren war. Gott sei Dank blieben die beiden Insassen un- verletzt. Um 13.21 Uhr rückte das Löschfahrzeug Bohl erneut zu einer Erstversorgung auf die Dürener Straße aus. Auf der Dürener Straße wurden um 15.57 Uhr lose Dachteile gesichtet, die von der Drehleiter der Hauptwache entfernt wurden. Eine Ölspur meldeten um 17.21 Uhr Passanten auf der Talstraße, welche beseitigt wurde. Kurz danach sollte eine Person in einem Dixi-Klo auf der Englerthstraße eingeschlossen sein, was aber von den eingesetzten Feuerwehrkräften nicht bestätigt werden konnte. Bei Reinigungsarbeiten wurde dann um 18.41 Uhr vom Bau- betriebshof ein brennender unterirdischer Müllbehälter in der Neustraße gemeldet, welcher mit einem C-Rohr abgelöscht wurde.
Fazit Rosenmontag:
Im Vergleich zum letzten Jahr stiegen die Einsatzzahlen doch deutlich an, was u.a. auch auf die deutlich höhere Besucherzahl des Rosenmontagszuges zurückzuführen ist. Eine markante Beruhigung des Einsatzgeschehens trat gegen 01.00 Uhr am frühen Morgen ein. Positiv ist zu erwähnen, dass – analog zu Weiberfastnacht – keine Einsatzkräfte verletzt oder angegriffen wurden und es keine Unfälle von Zugteilnehmern gab. Insgesamt wurde sehr friedlich in Eschweiler gefeiert.

zurück