Großübung Jugendfeuerwehr


Ein Großbrand in einer Lagerhalle, verletzte Personen, ausgelaufene Chemikalien: Diese Situation fanden die Nachwuchs-Feuerwehrkräfte bei einer Großübung vor. Sie mussten schnell reagieren und zeigen, was sie gelernt hatten. Diese Kenntnisse brauchten sie nach der Übung sogar noch bei einem echten Brand.

„Hallo, hier ist die Feuerwehr!“ rufen die jugendlichen Feuerwehrleute immer wieder laut in die verrauchte Lagerhalle, während sie sich in Zweier-Gruppen, jeweils mit einem Schlauch bewaffnet, immer tiefer in dieselbe vor wagen. Dabei können sie aufgrund der Rauchentwicklung kaum sehen, was sich vor ihnen befindet. Aus einer Ecke erhalten sie dann eine leise Antwort: „Hilfe, hierher!“, wimmert ein Verletzter hinter einem der großen Regale. Schnell sind zwei Helfer zur Stelle, und geleiten den hilflosen Arbeiter vorsichtig, aber zügig aus dem brennenden Gebäude.

Das hier beschriebene Szenario war glücklicherweise nur Teil einer Großübung, die die Eschweiler Jugendfeuerwehr auf dem Gelände der Firma M. Bach an der Bergrather Straße absolvierte. Rund 50 junge Feuerwehrleute aus den Jugendgruppen Stadtmitte, Kinzweiler/Röhe, Bohl, Dürwiß, Weisweiler und Neu-Lohn konnten hier unter Beweis stellen, was sie bisher gelernt hatten.

Dabei schauten ihnen der stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Preuß, die Leiterin der Jugendfeuerwehr Marie-Luise Göldner sowie ihre Stellvertreterin Stefanie Hinzen über die Schulter. Letztere hatte das Szenario ausgearbeitet, das nicht nur die Brandbekämpfung vorsah, sondern die Nachwuchsfeuerwehrleute auch vor weitere Aufgaben stellte. So war laut der Lagebeschreibung in einer der Lagerhallen der Firma M. Bach ein Feuer ausgebrochen, woraufhin die Brandmeldeanlage die Feuerwache alarmierte. Beim Eintreffen des ersten Löschzuges berichtete der Hausmeister, dass noch Mitarbeiter in der Halle seien. Dazu war vor der Lagerhalle ein Gabelstaplerfahrer in Panik geraten und hatte einen Stapel Paletten umgefahren, unter denen ein weiterer Mitarbeiter verschüttet wurde. Außerdem beschädigte er bei seiner Fahrt durch den verrauchten Innenhof zwei Gefahrgutkanister, die nun ausliefen. Hierbei wurde eine weitere Person verletzt, als diese mit der nicht näher definierten Chemikalie in Kontakt kam. Schnell erkundeten die frisch von ihren Fahrzeugen abgesessen Nachwuchs-Rettungskräfte die einzelnen Einsatzorte und schritten zur Tat. Während eine Gruppe Schläuche ausrollte und zügig mit dem Ablöschen der vermeintlich brennenden Halle von außen begann, war eine andere Gruppe bereits dabei, diese von innen zu erkunden. Rund 30 Meter weiter machten sich zwei weitere Feuerwehrleute bereit, um den „verletzten“ Mitarbeiter zu bergen, der mit dem ausgelaufenen Gefahrenstoff in Berührung kam.

Hierfür zogen sie sich ABC-Schutzanzüge mit Atemgeräten an, die in diesem Falle jedoch nur aus Attrappen bestanden, was bei Jugendfeuerwehrübungen aufgrund des hohen Gewichts der echten Geräte üblich ist. Auch das unter den Paletten verschüttete Opfer war von den Jugendlichen schnell entdeckt, so dass zügig Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden konnten. Nach der Bergung aller „Verletzten“ wurden diese an eine Sammelstelle gebracht, an der im Ernstfall eine erste medizinische Versorgung erfolgen würde. Nach rund 45 Minuten war die Großübung beendet und die Teilnehmer trafen sich, nachdem das Gerät wieder ordentlich in die sechs Einsatzwagen verstaut worden war, zu einer kleinen Nachbesprechung. Stefanie Hinzen zeigte sich zufrieden: „Ihr habt alle sehr gut gearbeitet“, lobte sie die rund 50 jungen Feuerwehrleute und dankte ihnen für ihren tollen Einsatz. Auch Stefan Preuß und Marie-Luise Göldner fanden lobende Worte für den Feuerwehrnachwuchs und dankten außerdem der Firma M. Bach für die Bereitstellung ihres Geländes. Als die Feuerwehrleute sich danach wieder auf ihren Weg zurück in ihre Wachen machen wollten, wurden sie jedoch noch mit einem echten Brand konfrontiert. Keine 20 Meter entfernt von der Einfahrt zu dem Firmengelände war der Inhalt eines Mülleimers an einer Bushaltestelle in Brand geraten. Doch durch ihre schnelle Reaktion konnten die Einsatzkräfte den stark rauchenden Abfallbehälter glücklicherweise schnell ablöschen.

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